Was machen unsere Bienen❤️🐝 im Winter❄️?

Was machen unsere Bienen❤️🐝 im Winter❄️?

8. November 2020 Allgemein 0

Nachdem wir im Sommer die zwei Bienenvölker von Imker Michael Weber bei ihrer fleißigen Arbeit beobachten konnten, hat das Treiben vor den Bienenstöcken nun aufgehört und manch einer fragt sich: „Was machen die Bienen nun eigentlich im Winter?


Im Sommer gab es ungefähr fünfzigtausend Bienen, die in den beiden Stöcken in unserer Gartenanlage lebten. Dies waren die sogenannten Sommerbienen, die sich von ca. April bis August abarbeiteten. Sie leisteten Schwerstarbeit beim Pollen sammeln, der Pflege der Brut und Instand halten des Stocks. Seit August fallen die Futterquellen der Bienen nach und nach weg. Daher füttert der Imker mit Zuckerwasser oder Weizensirup auf. Die Bienen haben nun zwar nicht mehr so viel zu tun und die Königin hört auf zu brüten, jedoch werden noch alle Bienen, die in der Brut angelegt sind, schlüpfen und müssen versorgt werden. Am 21. Dezember endet die Brutzeit und die Brut wird auf null zusammenfallen.


Diese nun herangewachsene Generation von Bienen sind die Winterbienen. Sie leben ungefähr sechs Monate in einer Schwarmgröße von um die fünftausend Bienen pro Volk. Die Aufgabe dieser Bienen besteht darin, die Behausung des Volkes warmzuhalten und eine ständige Temperatur von zwanzig bis fünfundzwanzig Grad im Stock zu halten. Die wichtigste Biene ist die Königin, um deren Überleben es dem Bienenvolk geht.


Um die Wärme im Stock herzustellen und zu erhalten, bilden die Bienen einen Ball, in deren Mitte die Königin sitzt, so dass diese die maximale Wärme erhält. Durch Flügelzittern sorgen die sogenannten Heizerbienen nun dafür, dass es immer schön warm bleibt. Da die am äußeren Rand arbeitenden Bienen einer größeren Kälte ausgesetzt sind, rotieren die Bienen innerhalb des Bienenballs, so dass jede Biene auch mal im inneren des Kreises sitzt und erst, nachdem sie sich wieder aufgewärmt hat, durch die Rotation wieder an den äußeren Rand zurückkehrt. In diesem Verhalten lässt sich das stark ausgeprägte soziale Verhalten der Bienen untereinander erkennen.


Die Wärme, die durch die Heizerbienen erzeugt wird, sorgt auch dafür, dass der Honig, welcher als Nahrung eingelagert ist, flüssig und damit essbar für die Bienen bleibt. Füttert ein Imker mit Zuckerwasser zu, welches von den Bienen ebenso wie Honig eingelagert wird, so benötigen die Bienen weniger Energie, um diesen essbereit zu halten. Daher stellt das Zufüttern mit Zuckerwasser im Herbst durchaus eine sinnvolle Hilfestellung für die Bienenvölker dar.
Je nachdem, wie lange die kalte Jahreszeit andauert, verbringen die Bienen nun viele Wochen im Bienenstock und sorgen für das Überleben der Königin und der meisten Bienen des Volkes.


Grundsätzlich ist das Eingreifen vom Imker zum Überleben der Bienen im Winter nicht notwendig, jedoch kann er durch gezielte Unterstützung, wie der Auffütterung oder der Milbenbehandlung der Bienenvölker im Herbst, Sorge für das Wohlbefinden seiner Bienen tragen und ein Absterben des Volkes durch Parasiten verhindern.


Der Ausflug der Bienen beginnt wieder ab einer Temperatur von zehn bis zwölf Grad im nächsten Frühjahr. Zunächst werden die Reinigungsflüge gestartet. Hierbei werden auch die im Winter verstorbenen Bienen aus dem Stock getragen. Hilfestellung erhalten die Bienen vom Imker, der die Reinigung der Stöcke im Frühjahr unterstützt.


Und so werden wir auch im nächsten Jahr wieder viele Bienen bei uns im Garten sehen und hoffentlich wieder so leckeren Honig erhalten wie in diesem Jahr!

Text: Verena Thalemann